Thomasgemeinde1975 gestaltet der Bildhauer Friedrich Schwarzbeck für den kreuzgangähnlichen Innenhof der Gemeinde einen kreisrunden Brunnen, gefertigt aus Michelnauer Tuff.
Der ehemalige Pfarrer der Thomasgemeinde, Gottfried Reinhardt (1936 - 1986), in dessen Amtszeit der Brunnen geschaffen wurde, schreibt in der Festschrift zum 25-jährigen Bestehen der Thomasgemeinde, 1986:
In der Mitte [...] war ein Quadrat verblieben [...], fast zu vergleichen mit dem Kreuzgang eines Klosters, also mit dem Raum der Besinnung der Stille einer solchen Anlage. Darum sollte auch der Brunnen in der Mitte eine besondere Bedeutung erhalten.
Wir überlegten, ob das Wasser durch eine Sandsteinstele in der Mitte nach oben geleitet werden könnte, um sich dann in das Runde zu verteilen. Die Gestalt, das Material, die Größe sollten sich unaufdringlich in diesen stillen Hof einpassen, so, als ob sie dazugehörten, die Gedanken von dem "lebendigen Wasser" deutlich zu zeigen.
Zugleich sollte auch der runde Brunnen darin ein Zeichen der Gemeinde sein, die von dem lebendigen Wasser lebt, auch ein Zeichen dafür, dass wir aus der Tiefe empfangen, was wir uns selbst nicht geben können. [...]
Die von Fritz Schwarzbeck im Jahr 1975 geschaffenen Bronzereliefs zeigen das Ostererlebnis des Apostels Thomas. Er war einer der zwölf Jünger Jesu, gehörte aber nicht zu den ersten Auferstehungszeugen. Den Berichten der anderen begegnet er mit Skepsis. Er will den Auferstandenen mit seinen Wunden selbst sehen und fühlen.
Thomaskirche
Thomaskirche
ThomaskircheDie erste Tafel zeigt, wie der auferstandene Jesus an den abgewandt stehenden Thomas herantritt.
Er legt seine Hand auf die rechte Schulter des Jüngers.
Er rührt ihn an und sagt: "Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche Deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!" (Joh. 20,27)
Die Tafel des Lammes erinnert an die Bedeutung Jesu als Opfer für unsere Sünden im Sinne Johannes des Täufers, der sagt: "Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!" (Joh. 1,29)
Thomas wendet sich seinem Meister zu. Er nimmt die Hand und berührt ihn. Seine Augen und Hände erfassen, was er zuvor nicht glauben konnte: Der Herr lebt!
Thomaskirche
ThomaskircheDie Taube ist das Symbol des Heiligen Geistes. Nur durch den Geist Gottes ist es möglich, dass Menschen an den Auferstandenen glauben. Nicht allen ist es vergönnt, wie Thomas den Herrn sehen und anfassen zu können. Ihm sagt Jesus: "Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!" (Joh. 20,29)
Thomas kniet vor Jesus nieder und bekennt: "Mein Herr und mein Gott!" (Joh. 20,28)